Starke Kids mit Diabetes machen Mut!

Im Rahmen des Fine Stars Model­casting erreichen uns jedes Jahr zahl­reiche Bewerbungen. Leider können jeweils nur drei der Kinder und Jugend­liche nach Köln zum Foto­shooting reisen.

Jedoch möchten wir einigen von ihnen die Möglich­keit geben, ihre persönlichen Geschichten hier zu erzählen. Denn jede von ihnen ist erzählens­wert!

Und warum das so ist, zeigen Euch die Zwillinge Marie und Lina (beide 6), Geschwister Emily (6) und Larisa (14), sowie Nele (9) und Anna (17).

Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina
Mut-mach-Geschichten - Marie und Lina

Was möchtet Ihr beide uns über Euch erzählen?

Marie: Mein Name ist Marie und ich bin sechs Jahre alt. Im September wurden meine Zwillings­schwester Lina und ich ein­geschult.

Lina: Mein Name ist Lina. Zu unserer Familie gehören Mama und Heinz. Da wir sehr tierlieb sind, gehören unser Hund Filou und die zwei Katzen Monty und Mikesch auch noch zu uns. Außerdem haben wir Hühner und zwei Hasen.

Was sind Eure Hobbies?

Marie: Wir singen und tanzen gern. Ich bin verdammt gut im Klettern.

Seit wann habt Ihr Diabetes?

Marie: Ich habe Diabetes mit vier Jahren bekommen, fast auf den Tag genau wie Lina – nur ein Jahr später. Meine lila Insulin­pumpe begleitet mich seither.

Lina: Ich war drei Jahre alt und trage seitdem eine rosa Pumpe bei mir.

Wie habt Ihr davon erfahren?

Marie: Mama hat das recht schnell bei mir erkannt. Ich hatte unheimlich viel Durst.

Lina: Ich war zu der Zeit sehr an­hänglich, weinerlich und müde. Außerdem habe ich sehr viel getrunken und musste häufig auf die Toilette; was ich dann oft nicht mehr geschafft habe.

Wie hat sich Euer Alltag mit Diabetes verändert?

Marie: Wir machen alles, was andere Kinder auch tun. Wir achten aller­dings immer auf unseren Körper und müssen häufig messen und Zwischen­mahl­zeiten einnehmen. Traurig finde ich, dass wir im Kinder­garten kein Mittag­essen mehr bekommen, weil es zu „zeit­aufwendig“ sei. Und das obwohl wir immer dort gefrühstückt haben und auch Lina in dem Jahr vorher mit den anderen Kindern Mittag gegessen hat.

Lina: Wenn wir uns mit Freunden verabreden, ist Mama oft dabei, weil wir unsere Pumpen noch nicht selbst bedienen können. Aber die zwei Muttis von unseren besten Freundinnen lernen gerade den Umgang mit der Pumpe, damit wir sie auch mal alleine besuchen können.

Was fällt Euch besonders schwer im Umgang mit Diabetes?

Marie: Das regelmäßige Hände waschen und messen finden wir oft sehr nervig. Ständig müssen wir aufhören zu spielen oder unter­brechen was wir gerade tun.

Und was fällt Euch besonders leicht?

Marie: Bei uns wird jeden dritten Tag der Katheter gewechselt. Das ist für uns ganz normal und tut gar nicht weh.

Lina: Wir sind schon recht selbst­ständig und messen uns selber. Leider können wir noch nicht lesen und rechnen, aber wir freuen uns schon darauf die Insulin­pumpen selber zu bedienen.

Wer unterstützt Euch besonders im Zusammen­hang mit Diabetes?

Marie: Mama und Heinz unter­stützen uns immer. Sie haben die Erzieher im Kinder­garten und jetzt die Lehrer geschult. Im Moment setzen sie sich dafür ein, dass wir eine Schul­begleitung bekommen. Es ist nicht immer einfach, aber wir halten alle zusammen. Auch unser Arzt und die Diät­assistentin sind sehr bemüht. Vor unserer Ein­schulung hatten wir eine zwei­tägige Schulung über Diabetes.

Lina: Oma dürfen wir nicht vergessen. Sie kümmert sich um uns wenn Mama und Heinz arbeiten sind. Sie macht das auch ganz toll!

Was ist Eure ganz persönliche Mut-mach-Geschichte, die Ihr anderen Kindern und Jugend­lichen mit Diabetes erzählen möchtet?

Marie: Wir wollen anderen Eltern sagen, dass sie sich nicht sorgen sollen, ob das andere Geschwister­kind auch Diabetes bekommen könnte. Wenn es so ist, ist das nicht so tragisch wie man es erwartet. Wir sind zu zweit, das macht es einfacher! Wir erinnern, stärken und unter­stützen uns. Jeder von uns bekommt die gleiche Auf­merksam­keit und trägt die gleiche Ver­antwortung. Wir haben uns und das macht uns stark.

Was macht Euch stark bzw. warum lasst Ihr Euch vom Diabetes nicht unterk­riegen?

Lina: Wir sind wie wir sind, ob mit oder ohne Diabetes. Wir haben früh gelernt so selbst­ständig wie möglich zu werden. Gesunde Ernährung und auf unseren Körper zu hören ist sehr wichtig, auch wenn man keinen Diabetes hat.

Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa
Mut-mach-Geschichten - Emily und Larisa

Was möchtet Ihr beide uns über Euch erzählen?

Emily: Ich heiße Emily und bin gerade 6 Jahre alt geworden.

Larisa: Und ich bin Larisa und gerade 14 Jahre alt geworden. Zu unserer Familie gehören Mama, Papa, unsere Geschwister Nele (11) und Tommy (9) sowie unsere Labrador­hündin Jette. Wir sind eine sehr aktive Familie und verreisen gerne. Manchmal fahren wir in die Berge zum Wandern, manchmal an die Ost- oder Nordsee. Auch Zuhause sind wir immer in Bewegung und spielen mit unseren Freunden, springen Trampolin oder fahren Fahrrad.

Was sind Eure Hobbies?

Emily: Ich turne gerne. Mein größtes Hobby sind aber meine Geschwister. Die halte ich immer auf Trab…

Larisa: … ohja, das kann Emi gut! Wenn ich nicht gerade mit Emi spiele, treffe ich mich am liebsten mit meinen Freunden. Außerdem mache ich Leistungs­turnen und Reiten. Ich liebe Tiere, ins­besondere Pferde. Früher wollte ich sogar Tier­ärztin werden. Mit meiner Schwester Nele habe ich zwei Pflege­pferde um die wir uns kümmern. Das macht sehr viel Spaß.

Seit wann habt Ihr Diabetes?

Emily: Ich habe Diabetes seit ich 3 Jahre alt bin.

Larisa: Und ich seit ich 4 bin. Also schon seit 10 Jahren. Wow, ich habe Jubiläum… ist mir noch gar nicht aufge­fallen.

Wie habt Ihr davon erfahren?

Emily: Mama sagt, wir waren im Urlaub auf dem Camping­platz. Dort habe ich ungewöhn­lich viel getrunken und musste häufig auf die Toilette. Da Larisa schon Diabetes hatte, war der Verdacht gleich da.

Larisa: Bei mir war es ähnlich. Nachdem wir auf dem Camping­platz im Urlaub waren, bin ich in den Kinder­garten gekommen. Ich musste oft nachts auf die Toilette oder habe ins „Bett gemacht“. Zunächst dachten meine Eltern, dass es mit dem Kinder­garten zusammen­hängt. Als wir dann zum Arzt gegangen sind, war die Diagnose direkt klar: Diabetes. Ich musste sofort ins Kranken­haus und da mein kleiner Bruder bald auf die Welt kommen sollte, bin ich zusammen mit Mama ins Kranken­haus gekommen. Nach einer Woche wurde mein Bruder geboren. Papa und Nele sind zu mir ins Zimmer gezogen. So konnte ich weiter ein­gestellt werden und wir konnten jeden Tag unser Baby besuchen. Wir waren 10 Tage lang „die Krankenhaus-Familie“, die hinter­her alle kannten. Das war lustig.

Wie hat sich Euer Alltag mit Diabetes verändert?

Larisa: Ich kann mich nicht daran erinnern wie es vorher war. Ich kenne mein Leben nur mit Diabetes und bin total glücklich! Wahrschein­lich hat sich mehr für unsere Eltern verändert.

Und was fällt Euch besonders leicht?

Emily: Blutzucker messen kann ich schon ganz alleine und auch das Abgeben des Insulins klappt immer besser. Langsam kenne ich schon alle Zahlen.

Larisa: Mir fällt es leicht mich um meinem Diabetes zu kümmern. Für mich ist es normal, auch wenn ich manchmal genervt bin. Meistens klappt alles super und ich kann Emi helfen und mich um sie kümmern. So haben Mama und Papa auch mal Pause.

Wer unterstützt Euch besonders im Zusammen­hang mit Diabetes?

Larisa: Am meisten natür­lich unsere Eltern. Sie kümmern sich um alles: Mama passt auf, dass alle Sachen da sind die wir brauchen. Oft kommt sie schwer bepackt von der Apotheke zurück. Sie kontrolliert, ob wir alles für die Schule und den Kinder­garten dabei haben und bespricht mit uns die Brot­einheiten. Papa schaut, ob unsere Werte in Ordnung sind und stellt zur Not die Faktoren um. Wenn es nötig ist, misst er uns auch nachts.

Natürlich unter­stützen uns auch die Leute aus unserer Diabetes­ambulanz. Dort sind wir mindestens vier Mal im Jahr und machen z.B. Camps und Ausflüge. Letzten Sommer war ich das erste Mal im Diabetes­camp und bei einem Reiter­hof­wochen­ende dabei. Das hat riesen Spaß gemacht.

Die Mitarbeiter der Diabetes­ambulanz haben auch die Erzieher von Emi und unsere Groß­eltern geschult. So können sie auch gut auf uns achten.

Was ist Eure ganz persönliche Mut-mach-Geschichte, die Ihr anderen Kindern und Jugend­lichen mit Diabetes erzählen möchtet?

Emily: Meine Freunde aus dem Kinder­garten sind immer erstaunt, wie ich mir einfach so in den Finger pieken kann. Die finden mich voll cool und das macht mich stolz.

Larisa: Lasst Euch nicht unter­kriegen! Es gibt so viele schlimmere Krank­heiten. Wir können nicht einfach alles essen und müssen viel bedenken, aber wir müssen keine scheuß­lichen Tabletten nehmen oder auf etwas verzichten. Ich turne, ich reite, ich schwimme, ich fahre Fahrrad oder Inliner, ich gehe mit unserem Hund spazieren und bin immer in Bewegung. Wir können alles machen und noch viel mehr. Also los!

Was macht Euch stark bzw. warum lasst Ihr Euch vom Diabetes nicht unter­kriegen?

Emily: Wieso sollte ich nicht stark sein? Ich kann sogar unseren Hund hoch­heben!

Larisa: Ich kenne mein Leben nicht ohne Diabetes. Er gehört zu mir und das ist okay. Ich kann alles machen was ich möchte und ich achte auf mich. Besser rechnen als andere kann ich auch und Nele und Tommy sind manch­mal schon neidisch, weil ich mit der Diabetes­ambulanz so tolle Sachen machen darf und sie nicht.

Ansonsten sind wie Vier ein tolles Team und unter­stützen uns gegen­seitig. Wenn das nicht stark ist?!

Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele
Mut-mach-Geschichten - Nele

Was möchtest Du uns über Dich erzählen?

Nele: Ich heiße Nele und bin neun Jahre alt. Ich besuche die vierte Klasse unserer Grund­schule und spiele dort für unsere Mädchen­schul­mann­schaft Fuß­ball. Zu meiner Familie gehören Mama, Papa, Gina, Marc und mein kleiner Bruder Luke. Meine aller­beste Freundin heißt lustiger­weise auch Nele und wir beiden gehen zusammen durch dick und dünn.

Was sind Deine Hobbies?

Nele: Ich turne, spiele Fuß­ball in unserer Schul­mann­schaft, in der ich Kapitän bin, spiele Klavier und gehe gerne Schwimmen. Mit meinen Freunden treffen macht mir riesen Spaß. Wir fahren viel Fahrrad, denken uns coole Tanz­performances aus und finden shoppen echt cool.

Seit wann hast Du Diabetes?

Nele: Ich war 4 Jahre alt, als ich Diabetes bekommen habe. Zur der Zeit war ich im Wald- und Natur­kinder­garten „Laubfrösche“ und jeden Tag in Aktion. Das war toll!

Wie hast Du davon erfahren?

Nele: Also, das war so: Eigentlich haben alle gemerkt, dass irgend­etwas mit mir nicht stimmte. Meine Eltern haben gesagt, ich war häufig weiner­lich und irgendwie war ich so ganz anders als sonst. Alle haben es gemerkt, aber keiner wusste was los war. Dann hatte ich auf einmal ständig Durst und musste soooo oft auf die Toilette, dasS Mama meinte, mit meinem „Zucker“ stimmt was nicht! Dann sind wir zu unserem Kinder­arzt und der hat dann fest­gestellt, dass ich Diabetes Typ-1 habe. Was das bedeutet, war eigentlich keinem klar. Eine Stunde später waren wir in der Kinder­klinik, wo wir die dortige Ober­ärztin und das Diabetes-Team kennen­gelernt haben. Sie haben uns aufgenommen, getröstet, alles erklärt und mit ihnen gemeinsam haben wir alles über den Diabetes gelernt, was wir wissen müssen, um damit gut klarzukommen.

Wie hat sich Dein Alltag mit Diabetes verändert?

Nele: Was Mama und mir dazu spontan einfällt, war unser erster Morgen in der Klinik. Am Tag davor war noch alles in Ordnung und dann plötzlich mussten wir das Essen, was ich essen wollte, berechnen! Das war ganz schön komisch und wir dachten beide, dass kriegen wir nicht hin. Also… Erst messen, dann Essen berechnen, dann das Insulin für die errechnete Menge Kohlen­hydrate abgeben und dann erst kann ich anfangen zu essen. Hört sich echt kompliziert an, aber so schwierig ist es gar nicht.

Was fällt Dir besonders schwer im Umgang mit Diabetes?

Nele: Also schwer ist es eigentlich nicht, nur manchmal nervt es, dass ich das Essen erst berechnen muss. Bei manchen Sachen muss ich erst in einer Liste nach­schauen, wie viel KE’s das hat. Dafür kann ich aber jetzt schon echt gut rechnen :-)

An manchen Tagen hab ich auch nicht so viel Lust einen Katheter zu setzen. Das tut zwar nicht weh, nervt aber eben manchmal.

Aber wenn ich das nicht alle zwei Tage mache, dann geht kein Insulin von meiner Pumpe in meinen Körper und dann habe ich wieder hohe Blut­zucker­werte. Und davon kriege ich Kopf- und Bauch­schmerzen.

Und was fällt Dir besonders leicht?

Nele: Ich finde meine Insulin­pumpe kann ich schon super gut alleine bedienen. Eigentlich habe ich das im Kinder­garten schon gemacht, obwohl ich damals noch gar nicht lesen konnte.

Meine Eltern haben mir ein Handy gekauft und ich habe immer angerufen und gesagt was ich essen möchte. Dann habe ich Mama gesagt, was ich jetzt auf der Pumpe mache, und das hat bisher richtig gut geklappt.

Früher haben meine Eltern mir das Früh­stück aufgemalt und die KE’s dahinter geschrieben. Heute kann ich ja lesen und brauche das nicht mehr. Ich gebe in der Schule auch mein Früh­stück alleine ab.

Wenn ich mal unterzuckert bin, weiß ich mittler­weile auch gut, wie viel Trauben­zucker ich nehmen muss. Wichtig ist, dass ich niemals ohne Mess­zeug und ohne Trauben­zucker aus dem Haus gehe! Weil das könnte wirklich gefährlich werden.

Wer unterstützt Dich besonders im Zusammen­hang mit Diabetes?

Nele: Meine Familie, die Erzieherinnen, Lehrer und unsere wichtigsten Freunde bei denen ich oft zum Spielen bin. Alle wurden von unserer Kinder­klinik geschult. Das war toll und hat allen viel Sicher­heit im Umgang mit dem Diabetes gegeben.

Eine Fachkraft aus dem Diabetes-Team kam sogar schon einmal morgens in unsere Schule. Dort haben wir gemeinsam meinen Klassen­kameraden etwas über Diabetes, die Insulin­pumpe und den Umgang damit, sowie die möglichen Gefahren von Über- oder Unter­zuckerung erzählt. Seitdem gehen auch alle Kinder ganz normal mit mir um.

Ich kann alles machen was mir Spaß macht und überall hingehen. Denn meine Eltern sind immer erreichbar sollte jemand z. B. Fragen zur Essens­berechnung haben. Sie haben damals schon einen Brief aus dem Kranken­haus an die Eltern und Kinder meines Kinder­gartens geschickt. Wir haben allen mit­geteilt, dass es mir gut geht und dass ich dann, wenn ich wieder da bin, die „alte“ Nele bin.

Ich darf ja mit meinem Diabetes alles machen und alles essen, es muss eben nur berechnet werden.

Was ist Deine ganz persönliche Mut-mach-Geschichte, die Du anderen Kindern und Jugend­lichen mit Diabetes erzählen möchtest?

Nele: Also….Angst vor dem Diabetes braucht ihr nicht zu haben!

Diabetes begleitet uns zwar für immer, aber mit ihm können wir alles machen und dürfen auch alles essen. Es gibt so viele Kinder, die Krank­heiten haben und deshalb auf ganz viele Sachen verzichten müssen.

Aber wir Kids mit Diabetes haben doch total viel Power und sind stark!

Was macht Dich stark bzw. warum lässt Du Dich vom Diabetes nicht unter­kriegen?

Nele: Ich bin stark, weil mir der Diabetes gar nichts ausmacht! Ich bin lustig, sportlich und immer in Aktion… und da muss der Diabetes eben mit :-)

Ich habe schon viel gelernt über den Diabetes, kann mein Essen berechnen und spüre ganz genau wie es mir geht. Ich glaube Kinder mit Diabetes passen wirklich gut auf sich auf!

Mut-mach-Geschichten - Anna
Mut-mach-Geschichten - Anna
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Was möchtest Du uns über Dich erzählen?

Anna: Ich bin seit drei Jahren Typ-1 Diabetikerin, leiden­schaft­liche Bloggerin (www.sugar-bee.at) und habe jetzt seit einem halben Jahr auch noch einen Youtube Kanal (https://www.youtube.com/channel/UCtQCS8D3R4Gv0FKw2Y0i_yA). Mein Ziel ist es, anderen Betroffenen Mut zu machen und zu zeigen, dass man trotz Diabetes alles machen kann und nie aufgeben soll. Als damals meine Diabetes-Diagnose kam, hab ich mich erst einmal verloren und alleine damit gefühlt bis ich auch andere Diabetiker getroffen habe.

Für mich ist das ganz wichtig: Zu zeigen, dass man nicht alleine ist und es immer andere gibt, die dir helfen. Aus diesem Grund besuche ich gerne, vor allem neu­diagnostizierte, Kinder und Jugend­liche im Kranken­haus. Ich möchte ihnen und ihren Eltern zeigen, dass die Krankheit kein Welt­untergang ist und man gut damit leben kann!

Was sind Deine Hobbies?

Anna: Meine große Leiden­schaft ist die Musik. Ich spiele seitdem ich sechs Jahre alt bin Violine. Ich mache auch sehr gerne Sport: Laufen, Radfahren, Schwimmen, das ist ein super Ausgleich! Irgend­wann würde ich mal gerne Kick­boxen ausprobieren. Reisen gehört auch zu meinen Hobbies, ich liebe es die Viel­falt zu sehen, die uns die Welt bietet und neue Kulturen und Menschen kennen­zulernen. Mit meinen Freunden bin ich auch gerne unter­wegs und genieße einfach die Zeit und habe sehr viel Spaß!

Seit wann hast Du Diabetes?

Anna: Seit 5. September 2011, also seit drei Jahren.

Wie hast Du davon erfahren?

Anna: Eigentlich hat alles im Sommer 2011 begonnen. Pro Tag habe ich mindestens vier Liter getrunken, auf dem WC war ich Dauergast, starker Gewichtsverlust und ich hatte auch einige Sehprobleme. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mehrmals gegen Laternen gerannt bin, weil ich teilweise nicht mehr so scharf gesehen habe. Ganz starke Wadenkrämpfe waren der Grund, dass ich in den letzten paar Wochen vor der Diagnose nicht mehr richtig gehen konnte, weil es schon so schlimm war.

Das war besonders angsteinflößend, weil ich kurz vor meiner Diagnose noch auf einem Orchestercamp war und mich meine Freunde gegen Ende der Woche nach einem Spaziergang schon tragen mussten, weil ich vor Schmerzen nicht mehr weitergehen konnte! Deswegen bin ich auch eigentlich zum Arzt gegangen und anstelle eines anfänglich geglaubten Magnesiummangels erfolgte dann die Diagnose Typ-1-Diabetes.

Wie hat sich Dein Alltag mit Diabetes verändert?

Anna: So viel hat sich eigentlich gar nicht geändert. Blutzuckermessen, Katheter setzen und all die anderen Dinge haben sich schon fest in meinen Alltag integriert, als wäre es vorher nie anders gewesen. Das ist eigentlich gruselig, weil ich Diabetes ja eigentlich erst seit drei Jahren habe und trotzdem fühlt es sich so an, als wäre er immer da gewesen! Ansonsten ist alles ganz normal: Zur Schule gehen, lernen, unzählige Hausübungen machen, Geigen üben, Sport machen und noch mehr für die Schule machen, weil ich dieses Jahr Matura habe.

Was fällt Dir besonders schwer im Umgang mit Diabetes?

Anna: Tagebuch führen! Das ist sooo mühsam! Ständig vergesse ich das! Aber dank der modernen Technik ist das heutzutage schon einfacher. Meine Pumpe speichert zum Beispiel alles ab und ich kann es mir danach auf dem Computer anschauen – z. B. wie der Blutzucker war und was ich gegessen habe. Aber am liebsten ist mir die „mySugr“-App für das Handy! Die ist sehr gut gestaltet und da macht es auch Spaß die Werte einzutragen. Eine der absolut besten Erfindungen für Diabetiker!

Und was fällt Dir besonders leicht?

Anna: Der Katheterwechsel! Es ist zwar manchmal nervig, aber es ist besser als sich achtmal zu spritzen finde ich. Außerdem gibt es für meine Pumpe jetzt auch total coole Sticker, die man sich bestellen kann und ganz tolle Taschen! Sich den Sensor zu setzten geht auch ganz schnell. Besonders einfach fällt mir auch das gesunde essen. Seit meinem Diabetes achte ich extrem darauf was ich esse. Also viel Gemüse, Obst, kein Weizenmehl, kaum Süßigkeiten und sehr abwechslungsreich.

Wer unterstützt Dich besonders im Zusammenhang mit Diabetes?

Anna: Ganz besonders meine Mama und meine Freunde. Als ich nach meiner Diagnose erst mal zwei Monate nicht in die Schule gehen konnte haben sie mich im Krankenhaus besucht, mir die Schulsachen zum Nachlernen gebracht, mir Mut zugesprochen und mich ganz viel zum Lachen gebracht, was mir sehr viel geholfen hat. Ich weiß, dass so viel Unterstützung nicht selbstverständlich ist und weswegen ich ihnen irrsinnig dankbar dafür bin. Auch mein zuständiger Arzt war und ist mir eine große Hilfe. Er hat mir eigentlich die positive Einstellung zum Diabetes gegeben und hat mich von Anfang an wahnsinnig toll unterstützt.

Was ist Deine ganz persönliche Mut-mach-Geschichte, die Du anderen Kindern und Jugendlichen mit Diabetes erzählen möchtest?

Anna: Am Anfang meiner Diagnose dachte ich, dass sich mein Leben jetzt komplett verändern würde und zwar zum Negativen. Ich hatte nur Nadeln im Kopf, weil ich davor am Anfang schon ein wenig Panik hatte, aber es war dann genau das Gegenteil! Ich habe ganz schnell gelernt, wie man spritzt, BE berechnet und konnte das alles gut in meinen Alltag integrieren.

Und dieses Jahr hatte ich die fantastische Gelegenheit, den EASD Kongress in Wien zu besuchen, das ist der weltweit größte Diabeteskongress! Dort hatte ich die Möglichkeit so viele tolle Menschen kennenzulernen, mir Vorträge anzuschauen und die neuesten Geräte zu sehen! Ich durfte Gespräche mit Ärzten aus der ganzen Welt führen und habe dabei auch noch einige Blogger kennengelernt, die genauso wie ich über ihr Leben mit Diabetes schreiben und das finde ich ganz toll, weil der Diabetes ja auch irgendwie verbindet. Also ist der Diabetes für mich sogar eine Bereicherung geworden.

Was macht Dich stark bzw. warum lässt Du Dich vom Diabetes nicht unterkriegen?

Anna: Dazu fällt mir ein ganz besonders schöner Spruch ein: „Diabetes does not define you as a person – strength, personality and self-worth do. The future belongs to you“. Das ist mein Motto. Nur weil ich Diabetes habe, heißt das noch lange nicht, dass er mich zurückhält etwas zu tun, im Gegenteil! Ich finde, dass mir der Diabetes viel mehr Positives ins Leben gebracht hat als Negatives. Ich bestimme meine Zukunft selbst und nicht der Diabetes.

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