Unterzuckerung und Ketoazidose

Auf Reisen ist es wichtig, Mitreisende über die Anzeichen und eine adäquate Vorgehensweise bei einer schweren Hypoglykämie aufzuklären und sie um ihre Unterstützung zu bitten. Im Falle einer Ketoazidose können Diabetiker sich selbst helfen, wenn sie den Blutzuckerspiegel anhand des Notfallschemas Ketoazidose, das sie von ihrem Arzt erhalten, behandeln.

Leichte Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Von einer leichten Unterzuckerung oder Hypoglykämie wird gesprochen, wenn der Blutzuckerspiegel auf unter 70 mg/dl (3,9 mml/l) abfällt. Eine Unterzuckerung sollte sofort durch die Aufnahme schnell verfügbarer Kohlenhydrate (z. B. Gummibärchen, Traubenzucker) kompensiert werden. Besonders schnell hilft bei einer Hypoglykämie das Trinken von Cola ( 0,33-l-Dose = ca. 36 g Kohlenhydrate = 3 BE), der Verzehr eines Glukosegels (Tube Jubin = ca. 30 g Kohlenhydrate = 2,5 BE) oder von Traubenzucker (4 Traubenzuckertafeln = ca. 24 g Kohlenhydrate = 2 BE).

Für die Insulintherapie sollte ebenfalls der sogenannte Korrekturfaktor beachtet werden. Er beschreibt, um wie viel der aktuelle Blutzucker nach dem Verabreichen von 1 I. E. ( internationale Einheit) rasch wirksamen Analoginsulins gesenkt wird. Hier gibt es eine Faustregel: Pro I. E. sinkt der Blutzucker um 30 bis 40 mg/dl (ca. 2 mmol/l). 10 bis 12 g Kohlenhydrate wiederum heben den Blutzuckerspiegel um ca. 30 bis 40 mg/dl (ca. 2 mmol/l).

Schwere Hypoglykämie

Im Falle einer schweren Unterzuckerung benötigen Diabetiker fremde Hilfe. Es ist wichtig, dass sie zuvor Mitreisende über Unterstützungsmaßnahmen bei einer schweren Hypoglykämie informiert haben und ein Notfallmedikament mit sich führen. Dieses bietet bei einer schweren Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit wichtige Handlungsmöglichkeiten. Es ist zudem wichtig, dass Mitreisende von Diabetikern wissen, dass diese im Falle einer schweren Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit keine Getränke oder Lebensmittel eingeflößt bekommen dürfen. In einer solchen Situation sollte umgehend der Rettungswagen angefordert werden.

Stoffwechselentgleisung – Ketoazidose

Treten bei Diabetikern Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und ein Blutzuckerwert über 240 mg/dl (13,3 mmol/l) auf, besteht die Möglichkeit einer Stoffwechselentgleisung aufgrund eines bestehenden Insulinmangels (Ketoazidose). Eine Stoffwechselentgleisung erfordert schnelles Handeln: Diabetiker sollten in solchen Fällen schnellstmöglich den Blutzuckerwert messen und ihren Urin auf Aceton testen. Bei einer Stoffwechselentgleisung sollten körperliche Anstrengungen vermieden und keine Lebensmittel gegessen werden, die den Blutzucker erhöhen können! Nun ist es dringend erforderlich, schnell wirkendes Insulin zu spritzen (entsprechend dem Notfallschema) und viel Wasser zu trinken.

Was tun, wenn ich kein Insulin mehr habe?

Für den Fall der Fälle sollten Diabetiker vorbeugen. Die Service-Hotline des Insulinherstellers gibt Auskunft, wo Diabetiker im Ausland ihr Insulinpräparat schnell herbekommen und welche alternativen Präparate sie im Notfall einsetzen können. Bei dieser Gelegenheit sollten sich Diabetiker nach dem Handelsnamen und der Pharmazentralnummer (PZN) dieser Präparate erkundigen und diese Informationen für die Reise notieren. Außerdem sollten Diabetiker vor der Reise den Rat ihres Arztes einholen.

Ascensia Diabetes Service
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