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In die Turnschuhe, fertig los!

Diabetes Care unterstützt das Diabetes Programm Deutschland

Im April 2016 startet zum sechsten Mal in Folge das Diabetes Programm Deutschland. Das deutschlandweit größte Laufprogramm für Menschen mit Diabetes wird dieses Jahr um eine zusätzliche Disziplinen erweitert – Radfahren. Darüber hinaus ist es erstmalig möglich, dass zusammen mit den Teilnehmern auch eine Begleitperson teilnehmen kann. Ziel des Programmes ist es, Menschen mit Diabetes zu sportlicher Aktivität zu motivieren und die Gesundheitswerte der Trainierenden nachhaltig zu verbessern. Neben vielen hochmotivierten Läufern sind wir zum fünften Mal in Folge als Premiumpartner Sponsor des Programms. Derzeit sind rund 25 Laufgruppen deutschlandweit aktiv, darunter Berlin, Köln, Hamburg, München, Heidelberg, Nürnberg und Wilhelmshaven. Weitere Standorte sind in Planung.

ZDF-Beitrag „sonntags“ – Portrait DPD Teilnehmer Ulrich B.


Sportlich aktiv mit Diabetes

Beim Sport mit Diabetes, vor allem bei Anfängern, besteht die Gefahr, dass es durch den erhöhten Energieverbrauch zu einer Unterzuckerung kommt. Eine gute Einstellung der Teilnehmer auf Basis genauer Messwerte ist deshalb enorm wichtig. Zudem sollten sie während des Trainings regelmäßig ihren Blutzucker messen.

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Professionelle Hilfe in der Vorbereitung

Mit dem Ziel, möglichst viele Menschen mit Diabetes zu mehr Sport zu motivieren, finden regelmäßige Trainings über einen Zeitraum von acht Monaten statt. Zusätzlich bieten Experten der Sporthochschule Köln und der Berliner Charité therapeutische und fachmedizinische Betreuung an.

Gut vorbereitet aktiv sein!

Um das Risiko eines Unterzuckers zu vermindern, lernen die Teilnehmer während der Trainingseinheiten, immer gut vorbereitet aktiv zu sein. Deshalb gehören ausreichend Flüssigkeit, Not-Kohlenhydrate wie Traubenzucker und ein sehr genau messendes Blutzuckermessgerät wie das CONTOUR® NEXT mit in die Sporttasche.

Breitere Auswahl von Sportarten

Dieses Jahr wird das bewährte Laufprogramm mit den Disziplinen Joggen und Nordic Walking nun auch durch Fahrradfahren ergänzt. Damit jeder sein optimales Tempo findet, gibt es verschiedene Ausdauerstufen und das Training orientiert sich zudem an der individuellen Leistungsfähigkeit. Ob ungeübter Anfänger oder trainierter Sportler – mitmachen kann, wer Lust auf Bewegung hat und seine Blutzuckerwerte verbessern und stabilisieren möchte. Die Lauf- und Nordic Walkinggruppen trainieren zweimal pro Woche, die Fahrradgruppen einmal wöchentlich, jeweils über einen Zeitraum von acht Monaten. Das Ziel der Laufgruppen: Die Teilnahme an einem großen Laufevent in Köln über fünf Kilometer, zehn Kilometer, die Halbmarathon- oder sogar über die Marathon-Distanz.

Gemeinsam läuft’s besser

Um am Ball zu bleiben, ist die Motivation entscheidend. Für viele Menschen mit Diabetes und Prädiabetiker spielt die Unterstützung von nahstehenden Personen eine große Rolle. Deshalb ist erstmalig auch die Teilnahme des Partners, eines Familienmitgliedes oder Freundes möglich.

Und wie geht es weiter?

Wie es unseren Läuferinnen und Läufern während des Trainings ergeht, erfahren Sie hier und unter www.diabetes-programm-deutschland.de. Weitere Informationen finden Sie unter „Links“ in der rechten Spalte.

Interviews

Präzises Diabetes-Management als Basis für ein erfolgreiches Lauftraining


Ulla Gatzweiler, Trainerin des Diabetes Programms Deutschland 2012, erklärt, warum Ausdauersportarten wie Laufen für Menschen mit Diabetes wichtig sind und welche Rolle die präzise Kontrolle der Blutzuckerwerte dabei spielt.

Sollten Menschen mit Diabetes vor Beginn des Lauftrainings einen Arzt aufsuchen?
Ulla Gatzweiler: Menschen mit Diabetes, die schon längere Zeit keinen Sport mehr gemacht haben, sollten sich, bevor sie mit dem Lauftraining beginnen, von ihrem Arzt gründlich durchchecken und beraten lassen. Mit einem Belastungs-EKG beispielsweise kann der Arzt schnell die individuelle Leistungsgrenze feststellen. Auch ein Besuch beim Augenarzt ist sinnvoll. Denn bei Netzhautschädigung kann es durch einen Blutdruckanstieg während des Laufens zum Platzen kleiner Arterien im Auge kommen.

Müssen die Teilnehmer bereits über ein gewisses Maß an Lauferfahrung verfügen?
Ulla Gatzweiler: Mitmachen kann jeder Mensch mit Diabetes, egal ob mit oder ohne Lauferfahrung. Ziel des professionellen Lauftrainings ist es, den Sport therapieunterstützend einzusetzen. Die Teilnehmer können in Abhängigkeit von ihrem eigenen Fitnesslevel in drei Trainingsgruppen trainieren. Wir unterscheiden zwischen den „Newcomern“, also den Laufanfängern, die später in Köln die 10-Kilometer-Distanz laufen, den „Runnern“, das sind fortgeschrittene Läufer, die für die Halbmarathon-Distanz von 21 km trainieren und den „Performern“, die am 14. Oktober die Distanz von 42 km beim RheinEnergie Marathon laufen.

Worauf sollten insbesondere die Newcomer während des Trainings achten?
Ulla Gatzweiler: Grundsätzlich sollten Kohlenhydrate wie beispielsweise Traubenzucker mitgeführt werden, um bei einer Unterzuckerung schnell handeln zu können. Newcomer sollten mit einem so genannten Intervalltraining beginnen. Hierbei wechseln sich Belastungs- und Erholungshasen ab. Dabei sollte der individuelle Maximalpuls nicht überschritten werden. Dieser wird ermittelt, indem das eigene Lebensalter von 220 subtrahiert wird. 60 bis 70 % von diesem Wert entsprechen laut Sportexperten der optimalen Herzfrequenz fürs Training. Dies ist aber lediglich ein Richtwert, denn generell gilt: Wer sich überbelastet fühlt, muss einen Gang runterschalten. Falscher Ehrgeiz ist hier fehl am Platz.

Wann sollte während des Lauftrainings der Blutzuckerspiegel gemessen werden?
Ulla Gatzweiler: Der Blutzuckerspiegel sollte idealerweise vor, während und nach jedem Lauf gemessen werden, im Diabetes Laufprogram nutzen wir zum Beispiel CONTOUR® XT. Das Blutzuckermessgerät ist einfach anzuwenden und liefert sehr präzise Messwerte, die die Basis für ein erfolgreiches Diabetes-Management liefern. Laut der Internationalen Vereinigung Diabetischer Sportler sollte das Training mit einem Blutzuckerspiegel unter 150 mg/dl vermieden werden. Misst man einen Wert von mehr als 250 mg/dl, sollten Ketone im Urin gemessen werden, um einen absoluten Insulinmangel auszuschließen. Sind sie positiv, besteht Sportverbot.

Welche Bedeutung hat das Dokumentieren der Blutzuckerwerte für das Lauftraining?
Ulla Gatzweiler: Die Erfassung der Blutzuckerwerte ist wichtig, um herauszufinden, wie der Körper auf das veränderte Bewegungsverhalten reagiert, um dann in Abstimmung mit dem Arzt gegebenenfalls eine Insulindosisanpassung vorzunehmen. Durch die Dokumentation des Trainings und auch der vorgenommenen Anpassungen werden Erfolge, aber auch Misserfolge sichtbar. Die Läufer lernen auf diese Weise aus jedem Training etwas über sich und ihre Erkrankung. Das gibt ihnen nicht nur Sicherheit und Vertrauen beim Diabetes-Management, sondern bringt auch Spaß und Vorfreude auf die nächste Trainingseinheit.

Haben Sie Tipps, wie Menschen ihren inneren Schweinehund überwinden und durchhalten können?
Ulla Gatzweiler: Insbesondere die Newcomer sollten sich am Anfang kleine und erreichbare Ziele setzen und nicht die Motivation haben, eine Halb- oder Marathon-Distanz durchlaufen zu können. Weniger ist hier mehr. Das können ein oder zwei Kilometer zu Beginn sein, das ist individuell verschieden und hängt von der Grundfitness des einzelnen Läufers ab. Sind die ersten Ziele gemeistert, ist man motiviert, sich neue zu stecken. Und so geht es Stück für Stück weiter, bis man sein individuelles Ziel erreicht hat. Das kann – muss aber nicht – die Marathon-Distanz sein. Wer Schwierigkeiten hat, sich allein zu motivieren, sucht sich am besten einen Laufpartner, denn zu zweit schwitzt es sich schon viel leichter.

Als Lauftrainerin unterstützen Sie das Diabetes Programm Deutschland 2012 bereits zum zweiten Mal. Warum?
Ulla Gatzweiler: Die Freude am Sport ist meine Motivation. Und diese Freude an Menschen weiterzugeben, die es vielleicht nie für möglich gehalten hätten, so eine Leistung zu vollbringen, ist Ziel meiner Arbeit. Diabetes stellt für Betroffene in der Regel keine Leistungseinschränkung dar. Das vermitteln wir den Teilnehmern unseres Programms. Das Diabetes Programm Deutschland wurde von Dr. Michael Rosenbaum, selbst Typ-1-Diabetiker und Marathonläufer, in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln und dem Diabeteszentrum am Evangelischen Krankenhaus Köln Weyertal ins Leben gerufen. Im vergangenen Jahr haben insbesondere Männer und Frauen, die an Diabetes-Typ-2 erkrankt sind, in der sechsmonatigen Vorbereitungszeit deutlich an Gewicht verloren und Spaß an der Bewegung gehabt. Viele Teilnehmer mit Typ-2-Diabetes konnten die Einnahme von Medikamenten reduzieren oder sogar aussetzen. Viele Teilnehmer von 2011 sind auch dieses Jahr wieder mit am Start. Warum nicht also auch ich?

„Dass ich das schaffe, hätte ich nie gedacht“


Vom Sportmuffel zur Läuferin – das haben Karin Schürer und Michaele Scholz geschafft. Die beiden Frauen haben Typ-2 Diabetes und sind am 14. Oktober beim RheinEnergieMarathon in Köln angetreten, um die inoffizielle 10,5 Kilometer-Distanz zu schaffen. Sie trainieren mit dem Diabetes Programm Deutschland und berichten, wie sie den inneren Schweinehund überwinden, warum präzise Blutzuckermesswerte unerlässlich sind und was sie als Läuferinnen mit Diabetes beachten müssen.

Gab es eine Art Startschuss, der Sie veranlasst hat, die Laufschuhe anzuziehen und Sport zu machen?
Scholz: „Die Diagnose ‚Diabetes‘ Ende letzten Jahres hat bei mir ganz klar den Startschuss gegeben. Meine Großmutter hatte Diabetes – sie hat durch die Krankheit ein Bein verloren. Das ist für mich so ein abschreckendes Beispiel, dass ich mich sofort entschieden habe, Sport zu machen.“

Schürer: „Ich bin vorher eigentlich nie gejoggt, aber da sich meine Werte nicht gebessert haben, hat mir mein Hausarzt empfohlen, Laufen zu gehen. Dann habe ich mich beim Diabetes Programm Deutschland angemeldet – voller Skepsis, ob ich das Laufen überhaupt schaffe, aber es klappt!“

Hat sich etwas verbessert, seitdem Sie joggen?
Schürer: „Auf jeden Fall! Meine Werte haben sich verbessert und ich muss weniger Medikamente nehmen. Durch das Laufen habe ich inzwischen in der Regel einen Nüchternwert unter 100 mg/dL. Außerdem hatte ich früher immer so schnell Seitenstechen, das ist durch das Training und die Tipps unseres Trainers verschwunden. Ach ja und fünf Kilogramm habe ich seither auch verloren.“

Scholz: „Auch meine Werte sind besser geworden: Mein Langzeitwert, der HbA1c-Wert, hat sich immerhin um 0,2 Prozent gesenkt. Abgesehen davon hätte ich nicht gedacht, dass ich so eine Distanz jemals schaffe und auch noch Spaß dabei habe!“

Was müssen Sie als Läuferinnen mit Diabetes beachten?
Scholz: „Es ist wichtig, dass ich regelmäßig messe und präzise Ergebnisse erhalte, damit ich nicht unterzuckere – ich messe also vor, während und nach dem Sport. Während des Köln Marathons habe ich drei Mal gemessen. Dabei vertraue ich dem Contour XT, weil ich weiß, dass ich präzise Ergebnisse erhalte.“

Schürer: „Ich esse rund zwei Stunden vor dem Laufen. Dann achte ich darauf, dass ich genug trinke, mich aufwärme und natürlich regelmäßig mit dem Blutzuckermessgerät messe. Außerdem ist es wichtig, auf seinen Körper zu hören und es nicht zu übertreiben.“

Haben Sie einen Tipp für Couchpotatoes, wie sie den inneren Schweinehund überwinden können?
Scholz: „Eine nette Gruppe ist für mich das A und O – ich war früher zahlendes Mitglied im Fitnesstudio, aber das war’s dann auch. Durch die nette Laufgruppe bleibe ich am Ball – da sagt man einen Termin nicht so einfach ab. Zudem motiviert unser Trainer uns unglaublich gut. Er kann auch Gesundheitsaspekte erklären und zeigen, wie man seinen Laufstil optimiert, um zum Beispiel die Knie zu entlasten. Er hat uns auch erklärt, dass es wichtig ist, sich realistische Ziele zu setzen, um Erfolgserlebnisse zu haben, die zusätzlich motivieren.“

Schürer: „Sich Gleichgesinnte zu suchen, ist auch für mich das Beste gewesen, was ich machen konnte. Wenn man plaudern kann, geht die Zeit viel schneller um. Außerdem sollte man nie sagen, dass es zu spät ist. Als ich angefangen habe, dachte meine Tochter anfangs, ich sei verrückt, weil ich 68 Jahre lang keinen Sport gemacht habe und dann auf einmal loslaufe; aber es macht mir wirklich Spaß und Freude.“

Was war bisher Ihr größtes Erfolgserlebnis?
Scholz: „Als ich das erste Mal sechs Kilometer gelaufen bin – das war ein riesiges Erfolgserlebnis. Damals hatte ich das Gefühl: ‚Du kannst auch die zehn Kilometer schaffen!‘ und jetzt habe ich es tatsächlich gepackt!“

Schürer: „Ich habe letztes Jahr im Juni angefangen Sport zu machen und bin im Oktober beim Köln Marathon die Zehn-Kilometerdistanz gelaufen – das hätte ich vorher im Traum nicht gedacht. Ein Erfolgserlebnis war auch, als mein Arzt meinen Langzeitwert gemessen hat und dieser bei 5,8 Prozent lag – das hat mir gezeigt, dass das Laufen sich tatsächlich auch für meine Diabetestherapie lohnt.“
Letzte Änderung: 20. April 2016

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