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Laufgeschichten



Gemeinsam laufend aktiv sein und dem Diabetes den Kampf ansagen – das Diabetes Programm Deutschland macht es möglich. Im ganzen Land treffen sich zahlreiche Typ-1- und Typ-2-Diabetiker in ihren Gruppen zum Lauftraining. Alle Teilnehmer eint ein gemeinsames Ziel: Sie möchten durch die regelmäßigen Sporteinheiten ihre Gesundheitswerte verbessern und so selbst einen wichtigen Beitrag zu ihrer Diabetestherapie leisten. Was nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Unterstützer des Programms wie Trainer und Mediziner dazu antreibt beim Diabetes Programm Deutschland mitzumachen, erzählen sie im Interview.

Interview mit Dr. Peter Loeff

„Der Blick in die glücklich strahlenden Gesichter der Läufer beim Zieleinlauf ist für mich jedes Mal ein Highlight!“

Im Jahr 2011 haben sich erstmals Läufer mit Diabetes zum regelmäßigen Lauftraining getroffen – zuerst nur in Köln, später auch in anderen deutschen Städten. Seit der ersten Stunde ist auch der Diabetologe Dr. Peter Loeff vom Diabeteszentrum am Evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal dabei. Er begleitet das Diabetes Programm Deutschland als Fachärztlicher Leiter und unterstützt die Läufer und Trainer, wo er nur kann.


Dr. Peter Loeff
Warum ist Ihnen das Programm so wichtig?
Dr. Peter Loeff: „Das Diabetes Programm Deutschland ist eine tolles Angebot für Menschen mit Diabetes, das ich als Diabetologe sehr gerne unterstütze, da das regelmäßige Lauftraining viele positive Effekte auf die Stoffwechseleinstellung hat. Die medizinischen Daten unserer Läufer zeigen den Riesenerfolg des Programms: Der Langzeitblutzuckerwert HbA1C unserer Sportler sinkt, sie benötigen weniger Medikamente und fühlen sich insgesamt viel wohler. Ich würde mir wünschen, dass sich noch mehr Teilnehmer finden, die ihren inneren Schweinehund überwinden und gemeinsam mit anderen Menschen mit Diabetes etwas für ihre Gesundheit tun.“

Was genau passiert im Körper, wenn Menschen mit Diabetes regelmäßig Sport treiben?
Dr. Peter Loeff: „Den größten Effekt spüren Typ-2-Diabetiker, bei denen eine Insulinresistenz vorliegt: Damit Zellen den Zucker aus dem Blut aufnehmen können benötigen sie Insulin. Bei Typ-2-Diabetikern kann das Insulin an den Zellen nicht mehr richtig wirken – sie sind resistent. Das Training macht die Zellen wieder empfindlicher gegenüber Insulin und wirkt damit wie ein Medikament. Die Sportler können oft ihre Medikamentendosis reduzieren, einige von ihnen kommen sogar komplett ohne aus.“

Und was passiert bei Typ-1-Diabetikern?
Dr. Peter Loeff: „Bei Typ-1-Diabetiker ist nicht die Wirkung des Insulins gestört, sondern seine Bildung in der Bauchspeicheldrüse. Deshalb hat der positive Effekt von Sport auf die Insulinempfindlichkeit der Zellen hier keine Auswirkungen. Trotzdem profitieren Typ-1-Diabetiker von Sport. Denn Zellen können 20 bis 30 Prozent des Zuckers auch ohne Insulin aufnehmen. Sport unterstützt diesen zweiten Zuckeraufnahmeweg, sodass die Läufer nicht mehr so viel Insulin benötigen. Leider sind sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetikern die positiven Effekte von Sport nur kurzfristig. Sie müssen also kontinuierlich dabei bleiben. Die Erfahrung zeigt, dass viele von unseren Läufern mit Diabetes sogar nach Ende des offiziellen Programms im Herbst noch weitermachen und sich treffen bis das nächste Programm im Frühjahr wieder startet. Das ist sehr schön.“

Kann jeder Mensch mit Diabetes beim Lauftraining des Diabetes Programm Deutschland mitmachen oder gibt es Einschränkungen?
Dr. Peter Loeff: „Prinzipiell freuen wir uns über jeden Teilnehmer, der etwas für seine Gesundheit tun möchte. Allerdings muss jeder von ihnen zuvor einen Gesundheitscheck mitmachen. Zum Beispiel können wir Menschen mit Herzerkrankungen leider nicht mitlaufen lassen, da bei den Trainingseinheiten kein Arzt vor Ort ist. Ihnen empfehlen wir, sich bei einer speziell betreuten Herzsportgruppe anzumelden. Menschen mit Diabetes, die bereits unter einem Diabetischen-Fuß-Syndrom leiden, sollten ebenfalls nicht laufen. Eine anfängliche diabetische Polyneuropathie – eine Schädigung von Nerven aufgrund zu hoher Blutzuckerwerte – ist wiederum kein Ausschlusskriterium. Ganz im Gegenteil: Bewegung hat einen positiven Effekt, da zum Beispiel die Nerven in den Füßen stimuliert werden – vorausgesetzt das Schuhwerk stimmt.“

Um die Sicherheit der Läufer mit Diabetes zu gewährleisten, schulen Sie die Lauftrainer zuvor ausgiebig. Worauf werden sie vorbereitet?
Dr. Peter Loeff: „Unsere Lauftrainer erhalten ein solides Grundwissen über Diabetes mellitus. Außerdem erklären wir ihnen, wie Menschen mit Diabetes ihren Blutzuckerwert korrekt messen, welcher Blutzuckerwert beim Start des Lauftrainings nötig ist und in welchen Intervallen dieser Wert während der Trainingseinheit kontrolliert werden muss. Zusätzlich erhalten Sie von uns die Anweisung einen Ketonkörper-Test bei Typ-1-Diabetikern zu machen, sobald bei ihnen der Blutzuckerwert über 250 mg/dl liegt. Das ist ganz wichtig, um eine Ketoazidose – also eine Übersäuerung des Blutes – zu verhindern. Darüber hinaus erfahren die Lauftrainer, wie sie Unterzuckerungen bei den Läufern rechtzeitig erkennen und was dann zu tun ist.“

Das Ziel vieler Teilnehmer des Laufprogramms ist es, bei einem der Lauf-Events teilzunehmen. Sie begleiten jedes Jahr die Läufer des Rhein-Energie-Marathons in Köln. Wie unterstützen Sie dort die Sportler mit Diabetes?
Dr. Peter Loeff: „Wir haben entlang der gesamten Strecke bis zu acht Stände aufgebaut, bei denen die Läufer ihren Blutzuckerspiegel messen können und von Trainern und Diabetesberatern versorgt werden. Außerdem stehen dort genügend Getränke und auch Notfallzucker bereit. Ich persönliche schaue immer zu, wie die Läufer starten und lasse es mir auch nicht entgehen, wenn sie dann überglücklich und zufrieden durch die Ziellinie laufen. Das ist jedes Mal ein Highlight für mich.“

Interview mit Peter Schrimpf

„Ich sehe erste Erfolge und merke, das Training tut mir gut!“

Deutschlandweit nehmen auch dieses Jahr wieder rund 300 Menschen mit Diabetes am Diabetes Programm Deutschland teil. Zum ersten Mal dreht auch Peter Schrimpf, Typ-2-Diabetiker, in der Laufgruppe Hannover seine Runde. Der 48-Jährige berichtet im Interview von seinen ersten Trainingserfolgen.


Peter Schrimpf
Runter vom Sofa, rein in die Laufschuhe und durch regelmäßige Bewegung die Blutzuckerwerte verbessern – für viele Menschen mit Diabetes kein leichter Schritt. Wer oder was hat Sie dazu gebracht, beim Diabetes Programm Deutschland mitzumachen?
Peter Schrimpf: In der Theorie weiß ich schon seit meiner Diagnose Typ-2-Diabetes 2008, dass regelmäßige Bewegung gut für meinen Blutzuckerspiegel ist. Deshalb stehen auch ein Laufband und ein Fahrrad bei mir zu Hause, die ich allerdings nur selten benutze, und die mir immer ein schlechtes Gewissen machen. Sport zu treiben ist also auch für mich kein leichter Schritt gewesen. Zum Diabetes Programm Deutschland hat mich mein Diabetologe gebracht, der das Laufprogramm schon seit Längerem kennt. Er hat mir erzählt, dass das Lauftraining dieses Jahr erstmals auch bei uns in Hannover stattfindet und hat mich zu der Informationsveranstaltung eingeladen. Zuerst kamen mir einige Bedenken, aber ich habe trotzdem entschieden mitzumachen. Seit dem Start Anfang April gehe ich zwei Mal pro Woche zum Training. Darauf bin ich sehr stolz.

Welche Bedenken hatten Sie im Vorfeld?
Peter Schrimpf: Ich wiege 117 Kilogramm – mit diesem Gewicht ist das Lauftraining eine große Belastung für die Gelenke. Ich hatte früher bereits Probleme mit dem rechten Sprunggelenk und hatte Angst, dass die Beschwerden wiederkommen. Deshalb trage ich während des Sports Bandagen. Bislang ist alles in Ordnung und ich hoffe, dass das auch so bleibt. Außerdem ist seit einem Schlaganfall vor sechs Jahren mein Gleichgewichtssinn teilweise gestört. Beim Laufen merke ich nur wenig davon. Aber wenn ich zum Beispiel bei Dehnübungen auf einem Bein stehen muss brauche ich Hilfe. Dabei halte ich mich einfach an einer Laterne oder an einem Baum fest.

Wie schaffen Sie es, vor jedem Training Ihren inneren Schweinehund zu besiegen?
Peter Schrimpf: Das hat sich auch mein Ehemann gefragt, der zu Anfang ziemlich skeptisch war. Vor den ersten Trainingseinheiten musste ich mich schon überwinden: Ich hatte so etwas noch nie gemacht, wusste nicht was ich mitnehmen muss und ob ich das Training durchhalte. Mittlerweile ist das Routine und glücklicherweise brauche ich niemanden, der mich vor jedem Training dazu motiviert, meine Tasche zu packen und loszufahren. Das schaffe ich ganz alleine und freue mich jedes Mal darauf, mit den anderen Teilnehmern meine Runden zu drehen. In der Gruppe zu laufen macht viel mehr Spaß als mich zu Hause alleine auf dem Laufband zu quälen.

Wie ist die Stimmung in Ihrer Laufgruppe? Sind die anderen Teilnehmer auch Laufanfänger wie Sie?
Peter Schrimpf: Unsere Gruppe ist sehr gemischt. Da gibt es Diabetiker, die genauso wenig Erfahrung haben wie ich und andere, die eine viel größere Ausdauer haben und mir davonlaufen. Das ist aber nicht schlimm, da jeder in seinem Tempo laufen kann und unsere Lauftrainerin es trotzdem schafft, jeden im Blick zu behalten und alle Kleingruppen gut zu betreuen. Wir sind insgesamt ein tolles Team. Viele der anderen Teilnehmer sind in meinem Alter, wir verstehen uns gut und motivieren uns gegenseitig.

Wie sehen Ihre Trainingseinheiten aus?
Peter Schrimpf: Bei meinem ersten Training sind wir in meiner Anfängergruppe circa 15 Minuten gelaufen – abwechselnd zwei Minuten Laufen und dann wieder eine Minute Gehen. Seitdem steigern wir uns kontinuierlich. Mittlerweile laufen wir schon 30 Minuten. Meine Ausdauer wird immer besser und ich bin gespannt, was ich am Ende des Laufprogramms schaffe.

Sie sind jetzt fast drei Monate dabei. Können Sie schon erste Erfolge sehen?
Peter Schrimpf: Schon nach dem ersten Lauftraining war mein Nüchternzucker am nächsten Morgen viel niedriger als normal. Ich merke den Erfolg mittlerweile auch auf der Waage: Fünf Kilogramm sind schon weg. Auch mein Diabetologe war ganz begeistert. Jetzt, knapp drei Monate nach dem Start ist mein Langzeitzuckerwert bereits gesunken und auch der Cholesterinwert ist nicht mehr ganz so hoch wie vorher. Um meine Werte zusätzlich noch weiter zu verbessern, sollte ich eigentlich noch stärker meine Ernährung umstellen. Das fällt mir allerdings viel schwerer als der Sport: Bei einem schönen Stück Erdbeerkuchen mit Sahne kann ich einfach nicht Nein sagen.

Was ist Ihr langfristiges Ziel?
Peter Schrimpf: Erst einmal nur Durchhalten. Bestenfalls möchte ich auch nächstes Jahr wieder dabei sein. Vielleicht gibt es dann sogar eine Walking Gruppe hier in Hannover. Das würde ich auch gerne einmal ausprobieren, um auch gleichzeitig meine Gelenke ein wenig zu schonen.

Interview mit Martina Ewertz

„Ich bin vor jedem Training gespannt, was heute auf dem Programm steht!“

Auch wenn der Herbst mit seinen grauen und nassen Tagen vor der Tür steht, lässt sich Typ-1-Diabetikerin Martina Ewertz nicht aufhalten: Zwei Mal pro Woche trifft sie sich mit anderen Menschen mit Diabetes in einer Laufgruppe des Diabetes Programm Deutschland zum Training. Die 51-Jährige aus Bergisch Gladbach nutzt die regelmäßigen Laufeinheiten nicht nur zur Unterstützung ihrer Diabetestherapie – ihr ist außerdem der Erfahrungsaustausch in puncto Diabetesmanagement mit den anderen Teilnehmern wichtig.


Martina Ewertz
Sie nehmen seit 2013 am Diabetes Programm Deutschland teil. Was hat Sie dazu motiviert, das dritte Jahr infolge dabei zu sein?
Martina Ewertz: „Sport in der Gruppe macht einfach viel mehr Spaß als alleine. Wir sind meistens zwischen 8 und 15 Läufer und Läuferinnen und motivieren uns gegenseitig. Auch die Trainer tragen dazu bei, dass ich mich immer wieder gerne auf den Weg mache: Mir ist es wichtig, dass nicht jede Laufeinheit gleich aussieht. In unserer Gruppe machen wir zum Beispiel zwischendurch Intervallläufe und Koordinationsübungen. Ich bin vor jedem Training gespannt, was heute auf dem Programm steht. Wenn ich dann gegen Ende der Laufsaison an der Laufveranstaltung teilnehme und meine Erfolge sehe, ist das immer wieder ein super Gefühl und motiviert mich für das nächste Jahr. In meinem ersten Jahr 2013 bin ich zum Beispiel den ersten Halbmarathon meines Lebens gelaufen!“

Können Sie auch Erfolge im Hinblick auf Ihre Diabetestherapie sehen?
Martina Ewertz: „Durch das Lauftraining konnte ich meinen Insulinbedarf enorm reduzieren. Anfang 2013 wurde ich außerdem auf eine Insulinpumpentherapie in Kombination mit einem System zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) umgestellt. Der Sport und die technische Unterstützung haben dafür gesorgt, dass sich mein Stoffwechsel stabilisiert hat. Ich reagiere sehr empfindlich auf Insulin: Trotz circa 15 Blutzuckermessungen pro Tag habe ich früher meine Blutzuckerwerte kaum in den Griff bekommen und bin mehrmals pro Woche in eine Hypoglykämie geraten. Das ist heute glücklicherweise vorbei. So muss sich auch meine Familie nicht mehr so große Sorgen machen.“

Was ist das Besondere daran, mit anderen Menschen mit Diabetes zu laufen?
Martina Ewertz: „In meinem Umfeld bin ich die einzige Diabetikerin. Am Anfang war ich sehr gespannt auf die Erfahrungen der anderen. Ich habe gelernt, dass jede Krankengeschichte und auch die Therapien sehr individuell sind. Wir tauschen uns über Ärzte, Medikamente und natürlich den Sport aus. Mittlerweile sind richtige Freundschaften in der Gruppe entstanden und ein echtes Zusammengehörigkeitsgefühl – der Diabetes schweißt zusammen.“

Was ist die größte Herausforderung während des Trainings?
Martina Ewertz: „Ich habe schon früher regelmäßig Sport gemacht, deshalb war das Laufen keine große Herausforderung. Durch die professionelle Betreuung und Kontrolle der Trainingseinheiten durch die Trainer haben insbesondere die Laufanfänger mehr Sicherheit – und auch wenn ich mich selbst mittlerweile sehr gut auskenne in puncto Sport und Diabetes und weiß, wie mein Körper reagiert, gibt es für mich immer wieder neue Erkenntnisse und Erfahrungen. Die ersten Trainingseinheiten sind für Einsteiger immer besonders schwer. Wenn dann mit der Zeit die Quälerei nachlässt, steigen auch bei ihnen der Spaßfaktor und die Motivation. Das ist immer schön zu beobachten. Ich kann jedem nur raten das Diabetes Programm Deutschland auszuprobieren.“

Interview mit Wiebke Bültena

„Es ist toll, wenn ich etwas dazu beitragen kann, dass es ihnen besser geht und sie sich wohler fühlen.“

Schon seit der „Geburtsstunde“ des Diabetes Programm Deutschland ist Wiebke Bültena mit dabei: Als Lauftrainerin betreute sie in den ersten Jahren eine Laufgruppe in Köln. Von ihrem Umzug nach Hannover Anfang 2015 hat sich die 27-Jährige nicht aufhalten lassen, sondern kurzerhand selbst mit der Unterstützung eines Diabetologen eine neue Laufgruppe gegründet.


Wiebke Bültena
Sie sind als Trainerin einer Laufgruppe mit Menschen mit Diabetes nicht nur für den sportlichen Teil verantwortlich, sondern müssen auch den Gesundheitszustand Ihrer Teilnehmer im Blick behalten. Wie haben Sie sich auf die zusätzliche Herausforderung vorbereitet?
Wiebke Bültena: „Alle Übungsleiter wurden bzw. werden in einer Schulung zu den grundsätzlichen Dingen aufgeklärt und unterrichtet: Was ist Diabetes überhaupt? Worin unterscheiden sich Typ 1 und Typ 2? Wie erkenne ich eine Unterzuckerung? Was ist im Notfall zu tun? Welche Auswirkungen hat Sport auf den Blutzuckerspiegel? Welche Vorkehrungen und Kontrollen muss ich durchführen, damit alle meine Teilnehmer gut im Ziel ankommen? Mit diesem Wissen im Gepäck habe ich mich sehr sicher gefühlt – und natürlich mit der passenden Ausrüstung.“

Was packen Sie außer den Sportsachen sonst noch für das Training ein?
Wiebke Bültena: „Ich habe immer Traubenzucker, eine Glukosespritze und ein Ketontest in meiner Tasche. Den Ketontest führe ich durch, wenn der Blutzuckerwert einer meiner Teilnehmer über 250 mg/dl liegt. Damit prüfe ich eine mögliche Übersäuerung des Blutes, die aufgrund des hohen Blutzuckerwertes entstehen und sehr gefährlich werden kann. Auch das Handy ist ganz wichtig, damit ich im Notfall Hilfe rufen kann. Zur Kontrolle der Blutzuckerwerte habe ich immer ein Blutzuckermessgerät und das dafür nötige Zubehör wie Stechhilfe, Lanzetten und Teststreifen mit dabei – auch wenn normalerweise alle Teilnehmer immer ihr eigenes Gerät mitnehmen. Aber es kann ja auch mal vergessen werden.“

Wann und wie oft messen die Teilnehmer beim Training ihren Blutzucker und wie kontrollieren Sie die Werte?
Wiebke Bültena: „Unmittelbar vor und nach jedem Training überprüfen die Läufer ihren Blutzucker und teilen mir die Werte mit. Ich führe Protokoll darüber und entscheide dann auch, ob jemand an dem Tag teilnehmen darf oder nicht. Bei Läufern mit Insulintherapie muss zum Beispiel der Startwert über 150 mg/dl liegen. Ansonsten droht eine Unterzuckerung. Es gibt aber auch eine Teilnehmerin in meiner Gruppe, für die dieser Wert nicht optimal ist. Sie liegt immer darunter und fühlt sich sogar bei 150 mg/dl schlecht. Ich musste erst einmal lernen, dass der Diabetes doch sehr individuell sein kann.“

Welche Herausforderungen sind Ihnen sonst noch begegnet während Ihrer mittlerweile fünfjährigen Trainerzeit?
Wiebke Bültena: „Meine Gruppe ist und war immer sehr gemischt, sowohl vom Alter als auch vom Trainingsstatus. Momentan betreue ich 13 Läufer zwischen 36 und 78 Jahren. Es ist schon schwierig, niemanden zu unter- oder überfordern. Das Training sieht momentan so aus, dass wir zumindest alle zusammen starten und auch zusammen aufhören. Ich versuche mein Programm sehr abwechslungsreich zu gestalten: An Tagen, wo ich zum Beispiel Zirkeltraining oder Krafttraining mache, bleibt die Gruppe die meiste Zeit komplett zusammen. Außerdem ist es mir wichtig, dass sich jeder willkommen fühlt und ich auch einen Kontakt zu jedem einzelnen aufbauen kann.“

Welche Rückmeldung bekommen Sie von den Teilnehmern?
Wiebke Bültena: „Für die kompletten Laufanfänger ist die erste Zeit natürlich hart. Man muss sie erst einmal vom Laufen begeistern und motivieren, weil am Anfang alles sehr anstrengend ist. Aber schon nach wenigen Wochen sind alle total zufrieden und möchten auch im nächsten Jahr weitermachen. Außerdem erzählen mir die Läufer immer von ihren verbesserten Gesundheitswerten. Das ist großartig und macht mich auch ganz stolz und glücklich. Es ist toll, wenn ich etwas dazu beitragen kann, dass es ihnen besser geht und sie sich wohler fühlen.“
Letzte Änderung: 08. Dezember 2015

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